Nachruf für Emmy Babutzka

Um „Urgestein“ zu werden, braucht es in erster Linie Zeit – um ein „Original“ zu werden und zu bleiben, sind das Herz am rechten Fleck und die Fähigkeit von Nöten, zielstrebig und auch mal „unbequem“ zu sein und trotzdem oder gerade deshalb viel bewirkt zu haben und für andere Vorbild gewesen zu sein. Emmy Babutzka hat dies über Jahrzehnte Vereinsarbeit bewiesen, und um den Titel der „Mutter des Vereins“ hat sie sich nicht beworben, dieser ergab sich von selbst, wie auch später ihre Ehrenmitgliedschaft.

Viele ihrer Aktivitäten standen dabei nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem FC Sportfreunde Heppenheim, wirkten sich aber darauf aus. Die Heppenheimer Kerwe wurde 1974 mit ihrer Hilfe wiederbelebt und in die „Bachgass“ verlegt, und auch der Verein konnte sich dort dann einbringen, präsentieren und durch einen Verkaufsstand die Vereinskasse aufbessern. Zusammen mit Ehemann Herbert, mit dem sie 58 Jahre verheiratet war und der 2011 verstarb, musste man nie um Hilfe bitten, Emmy war omnipräsent und an jeder Stelle aktiv.

Dies auch im Jahre 1970, als die erste Frauen-Fußballmannschaft gegründet wurde, und dies im doppelten Sinne, da sie nicht nur Mitbegründerin, sondern selbst im Alter von 47 noch aktive Spielerin war – wer kann schon von sich behaupten, Kaiser Franz persönlich nach einem Freundschaftsspiel gegen den FC Bayern München eine Kiste Bergsträßer Wein überreicht zu haben?

Emmy Babutzka war aktiv, so lange die Gesundheit es zuließ, und selbst mit Gehhilfe war sie Gast bei den Heimspielen ihres Vereins, dem sie vieles gegeben, aber viel auch zurückbekommen hat. Es sind nicht nur zahlreiche Annektoden, die sie erzählen könnte, es war ihr Einsatz für ihren Verein, in dem sie sich selber ein Denkmal gesetzt hat. Auch zur Nachahmung für andere.

Aus dem „Sportfreunde-Echo 1996/97“